In 180 Tagen mit dem eigenen Fahrzeug durch Kanada und USA

„Mit Angst und Vorsicht kannst du dein Leben nicht geniessen. Du hast nur diese eine Chance, mach das Beste daraus“ oder „jedes Abenteuer bedeutet auch eine gewisse Gefahr. Aber die grösste Gefahr überhaupt ist, ein bequemes Leben führen zu wollen. Denn das ist der Tod. Jeder muss seinen eigenen Everest bezwingen.“ Solche Aussagen von berühmten Persönlichkeiten beflügeln und bestärken mich, dass es der Richtige Weg ist, den ich im 2017 beschreiten werde! Und dieser Weg lautet:

Am 15. März 2017 muss ich am O'swaldskai in Hamburg den GMC beim Spediteur für die Erledigung der Zollpapiere anliefern. Am Samstag, 18. März 2017 wird dann der RoRo-Frachter nach Halifax ablegen und 14 Tage für die Überfahrt nach Canada benötigen. Das Schiff kommt am Sonntag, 2. April 2017 in Halifax an. Ab Mittwoch, 5. April 2017 kann der Wagen dann abgeholt werden. Ich fliege nach Halifax.

Schaue bitte das Fotoalbum an. Viele Infos kommen da auch mit dem Text.

ACHTUNG! Du kannst mich jederzeit erreichen über: heinz@gmc1943.com

 

GMC CCKW 353 Jg. 1943, Aufbau K+W Thun

Aktuelle Texte - werden laufend ergänzt

Am Mittwoch, 15. März 2017 sollte ich am Oswaldskai beim Spediteur in Hamburg den GMC für die Erledigung der Zollpapiere und die Vorbereitung (Abdampfen etc.) anliefern. Am Samstag, 18. März 2017 wird der RoRo-Frachter nach Halifax ablegen und 14 Tage für die Überfahrt nach Canada benötigen. Der GMC kommt am 2. April 2017 in Halifax an. Ich werde mit dem Flugzeug nach Halifax fliegen. Den Wagen kann man voraussichtlich ab Mittwoch, 5. April 2017 beim Zoll/Spediteur in Halifax abholen.

Mir erschien das Fahrzeug richtig für diesen Trip, weil die Bodengruppe am D-Day im Juni 1944 mit den Alliierten bei uns auf dem Kontinent gelandet ist. Im Rahmen der Aktion „Surplus“ im Jahre 1947 wurden dann von unserer Armee ca. 550 solcher Fahrzeuge aus alliierten Beständen gekauft. Meist waren es Truppentransporter (mit Blachenverdeck) zum Teil in einem schlechten Zustand. So wie mir mein Vorbesitzer erzählt hat, wurden lediglich 10 Exemplare (offenbar die am besten erhaltenen) durch die Konstruktionswerkstätte Thun (K+W) – auch bekannt durch den Bau der verschiedenen legendären Schweizer Panzer - mit einem festen Aufbau in Stehhöhe ausgebaut. Diese 10 Fahrzeuge wurden dann an die Stabskompagnien abgegeben. K+W hat noch Werkstattwagen vor allem für Pz51 (AMX-13) auf dem GMC-Chassis aufgebaut. Die Symbiose von USA-Fahrzeug und Schweizer Qualitätsaufbau hat mich fasziniert.

 Mittlerweile habe ich mit "Karl", einem Profi-Autoelektriker den Wagen weiter ausgebaut. Es wurden Optima-Batterien mit einer Gesamtleistung von 550 Ah / 12 V verbaut. Damit diese Batterien aufgeladen werden können, gibt es drei Möglichkeiten: 1.) ganz normal über „Landstrom“, auf dem Campingplatz oder sonst, wenn es einen Stromanschluss gibt. 2.) Über einen 3 KW-Stromgenerator, den wir hinten links in der vorhandenen Kiste verbaut haben und 3.) über Fotovoltaik-Zellen auf dem Dach. Da das Dach nicht flach, sondern bombiert ist, und aus Blech besteht, sind wir zum Schluss gekommen, dass es am besten wäre, wenn wir die Fotozellen mit starken Magneten befestigen. Kleben wäre nicht optimal, denn wer weiss, ob die alte Farbe auf dem Untergrund haftet? Ein sehr starker Spannungswandler der in Kanada und USA die dort vorhandenen 110 Volt auf 230 Volt transformiert und über 20 kg wiegt, ist auch bereits eingekauft. Also sollte nach menschlichem Ermessen nichts mehr schief gehen. Alle Steckdosen an Bord sind mit 230 Volt bestückt, auch wenn kein Strom von aussen kommt. Mit dem Wechselrichter der eine Dauerleistung von 1‘800 Watt bringt, können wir nun heizen (3 Heizelemente, zwei davon können auch nur blasen), mit dem Kühlschrank kühlen, alles Licht brennen lassen, dies alles ab Batterien. Bei mehreren Tests hat sich ergeben, dass die Batterien auch nach über 5 Stunden Dauerlast, mit allem eingeschaltet, noch über 30 % Restleistung haben.

 Am Motor, welcher mit 6 Volt betrieben wird, haben wir nichts geändert. Nur, wenn der Motor wirklich kalt ist (bei 0° oder im Minusbereich) ist der Anlasser mit 6 Volt fast überfordert. Deshalb hat mein Autoelektriker „Karl“ gemeint, es wäre problemlos, den Anlasser mit 12 Volt zu betreiben. Damit stehen für die Zündung wirkliche 6 Volt zur Verfügung. Da ja sehr viel Leistung in Form von 12 Volt an Bord vorhanden ist (550 Ah), hat Karl dies probiert. Und siehe da: es hat auf Anhieb funktioniert.

 Damit im Hohen Norden von Kanada auch bei Minustemperaturen der über 73 Jährige Motor bei Laune gehalten werden kann, wurde noch eine Webasto-Motoren-Standheizung mit Funkauslöser eingebaut. Auch dies hat sich bewährt. Nach ca. 15 Minuten ist der Motor auf ca. 50° erwärmt (das Wasser), was einen sehr guten Start garantiert.

Der Aufbau war ja weitestgehend professionell von einem Schreinermeister ausgebaut worden, bevor ich ihn übernommen habe. Neu ist noch ein WC hinzugekommen. Ebenso ein elektrischer Boiler.

Nun, die Fahrzeugverschiffung nach Nordamerika ist definitiv gebucht. Das heisst, am Mittwoch, 15. März 2017 muss ich in Hamburg den Wagen dem Spediteur übergeben. Die Planmässige Abfahrt von Hamburg nach Halifax ist dann am 18. März 2017. Am Mittwoch, 5. April 2017 wird dann (hoffentlich) der GMC beim Spediteur in Halifax abholbereit sein.

Jetzt ist nur noch Warten angesagt. Hamburg etwas näher kennen lernen um nach ca. 10 Tagen mit der Air Canada nach Halifax zu fliegen.

Wenn Sie, lieber Leser, diese Zeilen lesen, dann wird wahrscheinlich der GMC bereits „auf hoher See“ irgendwo zwischen Hamburg und Kanada sein. Oder wir sind bereits „auf Achse“.

Fortsetzung folgt direkt aus Kanada.

 

Stromwandler von Gleichstrom 12 Volt auf 230 Volt ist nun eingerichtet. Und das Anlasserpanel für den Generator ist auch installiert.

Das erste Video hochladen es sind 34 MB

Der Generator machte Zicken. Lief nicht, obwohl alles richtig installiert. Karl und ich grosse Zerlegung gemacht. Dann auf die Idee gekommen, dass am Vergaserschwimmer evtl. die Düse verstopft sein könnte. Bingo! Das war es. Nach durchstossen der Düse ist der Motor auf Anhieb angesprungen.

Bevor wir aber zum gemütlichen Teil schreiten, wird der liebe Jürg als Profi-Grafiker und Beschrifter den Wagen mit der Folie beschriften. Es ist ihm gelungen, alle zu überzeugen, dass er der Beste in seinem Fach ist!

Das Resultat von Jürg: Perfekt!

Damit wir überhaupt am richtigen Tisch mit dem hydraulischen Fuss (Zahnarztstuhl von Hersteller Ritter in Nürnberg, Jahrgang 1951) essen konnten, musste der soeben reparierte und restaurierte Fuss (liebsten Dank an meinen Hydraulik-Spezialisten Erich) wieder in der Bodenplatte befestigt werden. Die Hydraulik hat mittlerweile seine Feuertaufe bestanden. Die Tischplatte wird soeben durch Karl befestigt. Karl hat einen "liegenden" Beruf, man sieht es.

Letzte Infos vor der Abreise

Freitag, 13. Januar 2017: Gestern habe ich den monatlichen "Ausflug" mit dem GMC gemacht. Der Grund dafür ist, dass dann keine Standschäden entstehen sollten. Alles bleibt geschmiert. Ich fahre dann nur so 3 bis 5 Kilometer zur nächsten Gemeinde nach Augst oder nach Pratteln. Es war einigermassen trocken und für die nächsten Tage ist nasses und sehr kaltes Wetter angesagt. Deshalb habe ich es nochmals gewagt, bevor Massen von Salz unsere Strassen für Oldtimer "unpassierbar" gemacht werden.   Dabei habe ich aber gemerkt, dass der Motor nicht auf Betriebstemperatur kam. Deshalb wird nun vor dem Kühler eine Platte verbaut, die fast den ganzen Kühler abdeckt und somit nur noch wenig Fahrtwind zum Wasserkühler gelangen lässt

Gestern, Freitag, 27. Januar 2017: Ich habe meine engsten Mitarbeiterkollegen, mit denen ich zum Teil über 20 Jahre ein verschworenes Verkaufsteam gebildet habe, zum Abschlussfondue im GMC eingeladen. Wir waren gesamthaft 9 Personen. ... und man sieht, auch mit 9 Personen im GMC ist ein fröhliches Beisammensein durchaus möglich.

Fondue-Essen mit engsten Freunden im GMC.

Meine lieben Freunde aus dem Verkaufsteam, zum grossen Teil arbeiten wir seit über 20 Jahren eng miteinander zusammen, von links nach rechts: André, Jürg, Marcel, Hugi, Björn, Romano und Hanspeter. Stimmung nach "getaner Arbeit", nämlich Fondue wegputzen: perfekt.

Letzten Sonntag haben Max und ich uns verabredet, um die Sicherheitsfolie für die alten Scheiben zu montieren. Der Grund ist der, dass bei einem Scheibendefekt (vor allem von aussen durch Steinwurf oder Geschosse) die alten Scheiben vom Hersteller Gothard nicht in 1'000 Splitter zusammenfällt. Deshalb diese Securlux Sicherheitsfolie. Max als Profi hat das perfekt hinbekommen, obwohl am Anfang Probleme bestanden. Diese  Probleme waren aber deshalb, weil der Wagen sehr kalt war und die Folien auch kalt gelagert wurden. Nachdem wir den Innenraum auf 25 ° aufgeheizt haben, ging es recht gut. Nun halten die Folien und wir sind wieder einen Schritt weiter.

Rolf von Carrosserie Oser hat einen Superjob gemacht. Er hat unter anderem die Deckbleche geformt, damit die Solarpanel-Kabel nicht ungeschützt den Witterungen ausgesetzt sind. Auch diese sind mit Superhaftmagneten ausgestattet (ein Magnet hat eine Haftfähigkeit von 18 kg). Das hält wie angeschweisst.

Ach ja, das haben mir meine Arbeitskollegen ja auch noch geschenkt: Das Superposter, individuell gemacht von Jürg und gleich noch montiert. Hier das Resultat.

Voraussichtliche Reiseroute - kann spontan abgeändert werden

1. Etappe Halifax bis Winnipeg (voraussichtlich Mitte Mai)

Die Reise in 6 Etappen dargestellt. Mit Beginn in Halifax anfangs April 2017 und voraussichtlichem Ende im September 2017 vielleicht in Baltimore... - wer weiss das schon?

Die zweite Etappe führt uns über den Trans-Canada-Highway durch die Rocky Mountains nach Vancouver. In Vancouver voraussichtlich Mitte Juni.

Die dritte Etappe soll uns von Vancouver Entlang des Highway 101 (Pazifikküstenstrasse) über San Francisco nach Santa Barbara/Kalofornien führen. In und um Frisco etwa um Mitte Juli.

Die vierte Etappe - wahrscheinlich die wärmste Etappe (dies OHNE Klimaanlage) - wird uns nach Osten bringen. Von Santa Barbara und Chula Vista direkt an der mexikanischen Grenze nach New Orleans am Golf von Mexiko. Bis Ende August sollte dieses Ziel erreicht sein.

Die 5. Etappe führt uns über die mondänen Villenviertel von Miami zum südlichsten Punkt der USA: Key West. Dann gehts der Ostküste entlang bis Charleston (South Carolina). Die Region von Charleston sollten wir im September erreichen.

Die 6. und letzte Etappe führt uns von Charleston über die vorgelagerten Inseln der Ostküste schlussendlich nach Baltimore. In Baltimore wird das Frachtschiff nach Hamburg etwa 2 Wochen bevor wir da sind, gebucht.